Glaubenssätze ändern


Ein Glaube ist eine Verallgemeinerung über Ursache, Bedeutung und Grenzen bezüglich unserer Umwelt, unserer Fähigkeit und unserer Identität. Dieser Zusammenhang ist dann günstig, wenn die Überzeugungen mit den Zielvorstellungen übereinstimmen. Andererseits wirken sie sich jedoch verhängnisvoll aus, wenn uns Überzeugungen daran hindern, Ziele erfolgreich zu erreichen.

Glaubenssätze die mit den Worten „ich kann nicht..., ich bin hilflos...usw". sind demnach Einschränkungen auf der Identitätsebene. Meist sind es unbewußte Schranken die unseren Freiraum reduzieren. Fest eingefahrene Glaubenssätze haben auch auf submodaler Ebene ihre Ausprägungen.

Kommt nun ein Klient mit einem negativen belief, so gilt es für den NLP-Praktiker, als ersten Schritt die markanten Ausprägungen auf der Submodalitätsebene zu heben (Bild 4.28).

Das Problem „Ich bin zu dick" ist eines, mit dem viele Menschen kämpfen. Auf der submodalen Ebene könnte sich dies beispielsweise durch dunkel scharf, dissoziiert, Rahmung und dreidimensional darstellen. Ob dies nun wirklich die prägenden Submodalitäten sind, muß in der weiteren Folge am besten durch einen Vergleich der Submodalitäten mit einem Zweifelssatz geklärt werden. Der Klient sucht sich zu diesem Zweck eine Situation, in der er unsicher ist.

Die Fortsetzung des obigen Beispiels bringt auf die Aufforderung an den Klienten den Zweifel „Ich weiß nicht, ob ich Tennis oder Golf spielen soll." Die daraus ermittelten Submodalitäten sind hell, pastell, assoziiert, Rahmung und dreidimensional. Nun kann ein Abgleich auf submodaler Ebene erfolgen. Das heißt, nur jene Ausprägungen des alten Glaubenssatzes die im Zweifelssatz nicht vorkommen, sind tatsächlich von Bedeutung. Im gegenständlichen Beispiel also dunkel, scharf und dissoziiert. Die Ausprägungen Rahmen und dreidimensional sind in beiden Glaubenssätzen enthalten und somit nicht relevant.

Als nächster Schritt kann mit dem Klienten der neue Glaube besprochen werden. Unbedingt ist dabei zu berücksichtigen, daß neuer Glaube nur dann hilfreich ist, wenn dieser den ökologischen Kriterien von Organismen entspricht. Bevor an dieser Stelle weiter gearbeitet wird, empfiehlt es sich, mit dem Klienten ein Zielmodellgespräch zu führen.

Im gegenständlichen Beispiel könnte der neue Glaube etwa „ich kann lernen, auf Körpersignale zu achten" lauten. In einem abschließenden Schritt sucht der Klient eine Situation, die auf den gewünschten Glauben zutrifft. Im Beispiel wurde vom Klienten die „Morgentoilette" gewählt.

Nun gilt es, diesen Bewußtseinszustand mit allen internen und externen Systemen nachzuerleben. Ist dieser mentale Zustand erreicht, muß der NLP-Praktiker dafür sorgen, daß die für einen Glauben relevanten Submodalitäten mit dabei sind. Ist dies nicht der Fall, so können ja in einem Dialog mit dem Klienten die notwendigen Repräsentationen erarbeitet werden. Der Test erfolgt, wie im NLP üblich, durch einen Futurepace.

Die Wirksamkeit der Arbeit auf Submodalitätsebene wurde in einer Studie von WEERTH untersucht. Insgesamt ergibt sich aus der Studie, daß „sowohl die theoretische Relevanz des Submodalitätskonzeptes als auch die praktische Wirksamkeit reine positive Bestätigung dieses Teilgebietes des NLP ist" (WEERTH 1993, S. 102). Die gegenständliche Studie wurde von WEERTH im Zusammenhang eines Seminars zur Bewältigung einiger Alltagsschwierigkeiten (Bild 4.29) durchgeführt.

Bild 4.29